Einordnung der FIDS zur Halbierungsinitiative

Die Erfahrung zeigt uns, dass öffentlich-rechtliche Medien für Minderheiten eine zentrale Rolle spielen — insbesondere dort, wo Sichtbarkeit, Einordnung und Beteiligung sonst stark eingeschränkt wären. Ein drastischer Abbau würde das Risiko erhöhen, dass vermehrt über Minderheiten gesprochen wird, ohne dass diese selbst Teil der Berichterstattung sind.

Besonders deutlich wird dies am Beispiel kleiner Sprachgemeinschaften wie der rätoromanischen Bevölkerung, deren kulturelle und sprachliche Präsenz stark vom Service public abhängt. Erfahrungen aus verschiedenen Minderheiten zeigen, dass mediale Infrastruktur entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe und den Erhalt von Identität ist.

In geopolitisch angespannten Zeiten übernehmen öffentlich-rechtliche Medien zudem eine wichtige Funktion im Umgang mit Desinformation, Polarisierung und gesellschaftlicher Spaltung. Während Krisen wie der COVID Pandemie oder in anderen nationalen Ausnahmesituationen, greifen grosse Teile der Bevölkerung auf verlässliche Informationsquellen zurück. Diese Funktion gilt als Bestandteil der kritischen Infrastruktur und trägt zur Stabilität der Gesellschaft bei.

Ein weiterer relevanter Aspekt ist die Moderation öffentlicher Diskussionsräume insbesondere auf Social Media. SRF gehört zu den wenigen grossen Nachrichtenanbietern in der Schweiz, die ihre Kommentarspalten und Social-Media-Kanäle konsequent überwachen und diskriminierende Inhalte — einschliesslich antimuslimischer Hassrede — regelmässig entfernen, verwarnen oder sanktionieren. Auf vielen internationalen Plattformen fehlt eine vergleichbare Schutzfunktion, wodurch Hassrede und Desinformation dort oft weitgehend unkontrolliert verbreitet werden.

Die FIDS hat mit der SRG wiederholt Dialoge geführt, um problematische Darstellungen zu thematisieren und Verbesserungen anzustossen. Es überwiegen aber vielmehr Beiträge mit einer differenzierten Berichterstattung, in denen Themen muslimischer Gemeinschaften sachlich dargestellt wurden, auch auf regionaler Ebene, wie etwa in den Regionaljournalen.

Vor diesem Hintergrund erscheint der Erhalt eines starken Service public aus Sicht von Minderheiten, sowie in Krisen- und Ausnahmesituationen von grosser Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die demokratische Stabilität und den Schutz vor Desinformation. Eine substanzielle Schwächung dieser Infrastruktur würde insbesondere kleine Sprachgemeinschaften, Minderheiten und Randregionen unverhältnismässig stark treffen.

Die FIDS verfolgt diese Entwicklung daher mit besonderer Aufmerksamkeit und hofft, dass die Bedeutung eines verlässlichen und inklusiven Service public bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt wird.