Stellungnahme der FIDS zum Messerangriff in Winterthur


Die FIDS verfolgt die Gewalttat vom 28. Mai 2026 in Winterthur mit grosser Bestürzung und Betroffenheit. Unsere Gedanken sind bei den verletzten Personen, ihren Angehörigen sowie bei den Menschen, die diese Situation direkt miterleben mussten – insbesondere auch bei der Schulklasse, die Zeugin dieses Angriffs wurde.

Wir wünschen den verletzten Personen eine rasche und vollständige Genesung – sowohl physisch als auch psychisch. Gewalt, Extremismus und jede Form von Radikalisierung widersprechen den Grundwerten einer offenen und friedlichen Gesellschaft und werden von uns vorbehaltlos abgelehnt und bekämpft. Solche Ideologien haben weder in unseren Moscheen noch in unseren Verbänden Platz. Moscheen innerhalb unserer Strukturen engagieren sich seit Jahren aktiv für Prävention, Dialog und ein friedliches Zusammenleben in der Schweiz.

Die mittlerweile geschlossene Winterthurer Moschee, über welche aktuell berichtet wird, konnte gerade deshalb problematische Tendenzen entwickeln, weil sie sich über längere Zeit vollständig von den übrigen muslimischen Strukturen isolierte und sich bewusst ausserhalb gemeinsamer Verantwortung bewegte. Solche Entwicklungen werden innerhalb unserer Verbände weder toleriert noch relativiert.

Gleichzeitig zeigen die aktuellen Entwicklungen auch, dass sich Radikalisierung heute nicht in Moscheestrukturen, sondern verstärkt über soziale Medien und digitale Räume manifestiert. Umso wichtiger bleiben funktionierende Beziehungen zwischen Behörden, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

An der Pressekonferenz wurde erwähnt, dass der Täter psychisch instabil gewesen sein soll und bereits zuvor durch wirre Aussagen aufgefallen sei. Somit hätte dieser Angriff letztlich jede Person treffen können – unabhängig von Religion oder Herkunft.

Gerade deshalb rufen wir dazu auf, solche Taten nicht pauschal einer gesamten Religionsgemeinschaft zuzuschreiben.

Die grosse Mehrheit der Musliminnen und Muslime in der Schweiz – egal ob praktizierend oder säkular lebend – führt ein friedliches und rechtsstaatliches Leben. Solche Taten werden von Einzelpersonen begangen – die Folgen treffen aber die ganze Gesellschaft.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere Einordnung auf 20 Min.

Foto: KI generiert